Ratgeber: Sichtbarkeit

Von ChatGPT empfohlen werden

Vier von zehn Deutschen suchen lokale Anbieter inzwischen per KI. Was diese Systeme auf einer Website lesen, welche Maßnahmen belegbar wirken und wie sich der eigene Stand prüfen lässt.

Kurze Antwort: Damit ein Unternehmen in Antworten von ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews auftaucht, müssen drei Dinge zusammenkommen. Erstens muss die Website für KI-Crawler erreichbar sein: GPTBot, OAI-SearchBot, ClaudeBot und PerplexityBot dürfen in der robots.txt nicht gesperrt sein. Zweitens müssen die Fakten maschinenlesbar vorliegen – Name, Adresse, Leistungen und Zuständigkeitsgebiet als strukturierte Daten nach Schema.org, ergänzt um klare Antwortabsätze im Fließtext. Drittens muss der Inhalt zitierfähig geschrieben sein: eigenständig verständliche Absätze mit konkreten Zahlen und benannten Quellen. Die Studie GEO: Generative Engine Optimization (Aggarwal et al., ACM SIGKDD 2024, unter Beteiligung der Princeton University) hat neun Aufbereitungen an rund 10.000 Suchanfragen getestet: Statistiken ergänzen, Zitate einfügen und Quellen benennen steigerten die Sichtbarkeit in generierten Antworten um bis zu 41 Prozent, während Keyword-Stuffing praktisch nichts brachte.

Warum das inzwischen zählt

KI-Suche ist in Deutschland kein Nischenverhalten mehr, sondern ein regulärer Kanal – gerade bei der Suche nach lokalen Anbietern.

BefundWertQuelle
Deutsche, die KI zur Suche nach lokalen Unternehmen und Dienstleistern nutzen4 von 10Yext, Consumer Search Behaviors Report 2026
Deutsche, die binnen sechs Monaten wegen einer KI-Empfehlung ein ihnen zuvor unbekanntes Unternehmen kontaktiert oder aufgesucht haben27 %Yext 2026
Anteil Gastronomie unter denen, die aufgrund einer KI-Empfehlung aktiv wurden48 %Yext 2026
Deutsche Suchanfragen, die einen AI Overview auslösen~20 %Branchenauswertungen 2026, im Longtail rund 30 %
Klickrate des ersten organischen Treffers, sobald ein AI Overview erscheint27 → 11 %Zero-Click-Auswertungen 2026
Mehr organische Klicks für Marken, die im AI Overview zitiert werden+35 %Seer Interactive 2025
Restaurants, die in ChatGPT-Ergebnissen nicht auftauchen – gegenüber 14 % bei Google83 %Local Falcon, Auswertung von 189.905 Ergebnissen

Die letzte Zeile beschreibt die eigentliche Lage: Die Lücke zwischen Nachfrage und Auffindbarkeit ist groß. Wer heute dafür sorgt, überhaupt lesbar zu sein, konkurriert mit auffällig wenigen.

Gleichzeitig gilt: Das ist keine Panikmeldung. Wer kaufen oder beauftragen will, klickt weiterhin. Betroffen sind vor allem Ratgeber- und Definitionsinhalte, deren Kernleistung die generierte Antwort direkt ersetzt.

Was KI-Systeme auf einer Website tatsächlich lesen

1. Die Zugangsebene: robots.txt

Bevor irgendetwas anderes zählt, muss der Crawler die Seite abrufen dürfen. Relevant sind derzeit GPTBot und OAI-SearchBot für OpenAI, ClaudeBot für Anthropic und PerplexityBot für Perplexity. Sind sie gesperrt, ist die Seite für diese Systeme nicht vorhanden. Wer seine Inhalte umgekehrt bewusst aus KI-Antworten heraushalten will, sperrt sie gezielt – das ist eine unternehmerische Abwägung, keine technische Frage.

2. Die Faktenebene: strukturierte Daten

Schema.org-Auszeichnung im JSON-LD-Format gibt Fakten eindeutig statt implizit an: Firmenname, Anschrift, Telefonnummer, Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, Fragen und Antworten. Für lokale Anbieter sind LocalBusiness und FAQPage die wichtigsten Typen. Ein Modell, das eine Adresse aus einem Fließtext erraten muss, macht dabei Fehler; ein Modell, das sie aus ausgezeichneten Feldern liest, nicht.

3. Die Sprachebene: zitierfähige Absätze

Generierte Antworten setzen sich aus Textabschnitten zusammen, die aus ihrem Zusammenhang gelöst werden. Ein Absatz, der nur mit dem vorherigen zusammen Sinn ergibt, ist dafür unbrauchbar. Nützlich sind Absätze, die eine Frage vollständig beantworten und dabei das Subjekt beim Namen nennen statt „wir" oder „das Unternehmen" zu schreiben.

Wie stark das wirkt, ist gemessen. Die Studie GEO: Generative Engine Optimization von Aggarwal, Murahari, Rajpurohit, Kalyan, Narasimhan und Deshpande, veröffentlicht auf der ACM-SIGKDD-Konferenz 2024, hat neun Aufbereitungen an rund 10.000 Suchanfragen gegeneinander getestet. Am besten schnitten Statistiken ergänzen, wörtliche Zitate einfügen und Quellen benennen ab – die wirksamsten Verfahren steigerten die Sichtbarkeit in generierten Antworten um bis zu 41 Prozent gegenüber der unbearbeiteten Fassung.

Bemerkenswert ist der Gegenbefund: Keyword-Stuffing brachte praktisch keine Verbesserung. Die Reflexhandlung aus der klassischen Suchmaschinenoptimierung läuft hier ins Leere – was die Systeme belohnen, ist Belegbarkeit, nicht Wortdichte.

4. Die optionale Ebene: llms.txt

Eine llms.txt ist eine Markdown-Datei im Hauptverzeichnis, die in klarer Sprache zusammenfasst, was das Unternehmen macht und welche Seiten wichtig sind. Sie ist kein offizieller Standard und wird nicht von allen Anbietern ausgewertet – entsprechend sollte niemand Wunder erwarten. Der Aufwand ist gering, das Risiko null, und der Nebeneffekt nützlich: Sie zwingt dazu, das eigene Angebot in verständlichen Sätzen ohne Marketingfloskeln zu formulieren.

Nachprüfbar statt behauptet

Die meisten Artikel zu diesem Thema erklären, was man tun sollte. Hier lässt sich stattdessen anschauen, wie es umgesetzt aussieht – moris.software betreibt die beschriebenen Maßnahmen auf der eigenen Website, öffentlich abrufbar:

Live auf dieser Domain
  • /robots.txt – GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, ClaudeBot und PerplexityBot ausdrücklich zugelassen
  • /llms.txt – Kurzfassung des Angebots mit Citation-Ready Summaries je Themenbereich
  • /llms-full.txt – ausführliche Fassung für Systeme, die mehr Kontext verarbeiten
  • /sitemap.xml – vollständige Seitenliste mit Änderungsdaten
  • JSON-LD im Quelltext jeder Seite – Organization, LocalBusiness, Article, FAQPage, BreadcrumbList

Der Aufwand dafür ist überschaubar und fällt einmalig an. Er lässt sich in jedes Projekt einplanen – wie sich der Umfang im Angebot niederschlägt, steht im Ratgeber Was kostet eine Website?

Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Baukästen erschweren diesen Teil. Wer keinen Zugriff auf robots.txt, Dateien im Hauptverzeichnis oder das JSON-LD im Quelltext hat, kann die beschriebenen Maßnahmen nur teilweise umsetzen. Was beim Wechsel auf eine eigene Website zu beachten ist, steht unter Baukasten verlassen.

Selbsttest in zehn Minuten

Sieben Fragen, die sich ohne Werkzeuge beantworten lassen. Jedes „nein" ist ein konkreter Arbeitsauftrag.

  • Ist die robots.txt für KI-Crawler offen?Die eigene Domain plus /robots.txt aufrufen und nach GPTBot, OAI-SearchBot, ClaudeBot und PerplexityBot suchen. Steht dort ein Disallow oder fehlt die Datei ganz?
  • Stehen Adresse und Leistungen als strukturierte Daten im Quelltext?Seitenquelltext öffnen und nach application/ld+json suchen. Kein Treffer heißt: alle Fakten müssen erraten werden.
  • Beantwortet die Website die Fragen, die Kunden stellen?Nicht die Fragen, die das Unternehmen gern beantworten würde – die, die im Erstgespräch tatsächlich kommen.
  • Funktionieren die Absätze einzeln?Einen beliebigen Absatz herauslösen und lesen. Ergibt er ohne den Rest Sinn und nennt er das Unternehmen beim Namen?
  • Stehen konkrete Zahlen und Quellen im Text?Ein Beispiel: „Wir sind seit vielen Jahren am Markt" ist nicht zitierfähig, „gegründet 2011, 14 Mitarbeiter, Einzugsgebiet Kreis Düren" schon.
  • Stimmen die Angaben überall überein?Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Google-Unternehmensprofil und Branchenverzeichnissen abgleichen. Widersprüche senken das Vertrauen in alle Varianten.
  • Was antworten die Systeme heute?Die typischen Kundenfragen in ChatGPT, Perplexity und Google stellen. Welche Anbieter werden genannt, welche Quellen verlinkt – und warum die und nicht Sie?

Was das mit klassischem SEO zu tun hat

GEO, kurz für Generative Engine Optimization, wird gelegentlich als Nachfolger von SEO verkauft. Das ist übertrieben. Die technische Grundlage ist zu großen Teilen dieselbe: erreichbare Seiten, saubere Struktur, schnelle Ladezeit, strukturierte Daten, verständliche Inhalte. Wer das ordentlich gemacht hat, hat den größten Teil der Arbeit hinter sich.

Der Unterschied liegt im Ziel. SEO sorgt dafür, dass eine Seite in einer Liste erscheint. GEO sorgt dafür, dass ihre Inhalte in der Antwort selbst stehen. Daraus folgt vor allem eine andere Art zu schreiben: nicht auf ein Keyword hin, sondern auf eine Frage hin, vollständig in einem Absatz beantwortet.

Nach den Daten von Yext entsteht dabei keine Ablösung, sondern eine hybride Suche: Nutzer beginnen im Chatbot und wechseln danach zur Suchmaschine oder direkt auf die Unternehmenswebsite, um die Empfehlung zu prüfen. Beides muss also funktionieren – und die Website bleibt der Ort, an dem die Prüfung stattfindet.

Häufige Fragen

Was ist GEO und wie unterscheidet es sich von SEO?

SEO sorgt dafür, dass eine Seite in einer Ergebnisliste erscheint. GEO, kurz für Generative Engine Optimization, sorgt dafür, dass ihre Inhalte in der generierten Antwort selbst auftauchen und als Quelle genannt werden. Die technische Grundlage ist weitgehend dieselbe. Der Unterschied liegt in der Aufbereitung der Inhalte in eigenständig verständliche Absätze, die sich aus dem Zusammenhang lösen und zitieren lassen.

Was ist eine llms.txt und braucht man sie?

Eine llms.txt ist eine Markdown-Datei im Hauptverzeichnis einer Website, die in klarer Sprache zusammenfasst, was das Unternehmen macht und welche Seiten wichtig sind. Sie ist kein offizieller Standard und wird nicht von allen Anbietern ausgewertet. Der Aufwand ist gering, das Risiko null, und sie zwingt dazu, das eigene Angebot verständlich zu formulieren. Ein Beispiel liegt unter moris.software/llms.txt.

Welche Maßnahmen erhöhen die Zitierwahrscheinlichkeit nachweislich?

Die Studie GEO: Generative Engine Optimization von Aggarwal et al., veröffentlicht auf der ACM-SIGKDD-Konferenz 2024, hat neun Aufbereitungen an rund 10.000 Suchanfragen getestet. Am wirksamsten waren das Ergänzen konkreter Statistiken, das Einfügen wörtlicher Zitate und das Benennen von Quellen; die besten Verfahren steigerten die Sichtbarkeit in generierten Antworten um bis zu 41 Prozent. Keyword-Stuffing brachte dagegen praktisch keine Verbesserung.

Muss man KI-Crawler in der robots.txt erlauben?

Wer in KI-Antworten auftauchen möchte, muss die entsprechenden Crawler zulassen: GPTBot und OAI-SearchBot für OpenAI, ClaudeBot für Anthropic, PerplexityBot für Perplexity. Sind sie gesperrt, kann die Seite nicht als Quelle dienen. Wer seine Inhalte ausdrücklich nicht dort sehen will, sperrt sie bewusst und verzichtet damit auf die Sichtbarkeit. Das ist eine Abwägung, keine technische Frage.

Ersetzt KI-Suche die klassische Google-Suche?

Nein, sie ergänzt sie. Nach den Daten von Yext aus dem Jahr 2026 entsteht eine hybride Suche: Nutzer starten im Chatbot und wechseln danach zur Suchmaschine oder direkt auf die Unternehmenswebsite, um die Empfehlung zu prüfen. Transaktionale Seiten verlieren dadurch kaum Klicks, reine Definitions- und Ratgeberinhalte deutlich mehr.

Wie prüft man, ob das eigene Unternehmen in KI-Antworten auftaucht?

Am schnellsten manuell: die typischen Suchfragen der eigenen Kunden in ChatGPT, Perplexity und Google mit AI Overview stellen und notieren, welche Anbieter genannt und welche Quellen verlinkt werden. Die Formulierungen sollten so lauten, wie ein Kunde fragt, nicht wie eine Keyword-Liste. Danach prüfen, ob die eigene Website die genannten Punkte überhaupt beantwortet.

Website für KI-Suche prüfen lassen

Beschreiben Sie kurz Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Leistungen. Sie erhalten eine unverbindliche Einschätzung, wie auffindbar Ihre Website heute ist und was sich lohnt.